Zweiseitiger Grat
Das Graten ist eine Holzverbindung, die sich nur für T-förmige Plattenverbindungen aus Vollholz eignet. Ihre Haltbarkeit hängt im hohen Maße von der richtigen und sorgfältigen Ausführung des Grates und der Gratnut ab. Die Nut wird immer in das durchgehende Teil eingeschnitten oder eingefräst und der Grat an den stumpf auftreffenden Werkteil angearbeitet. Damit der durchgehende Teil durch die Gratnut nicht zu sehr geschwächt wird, ist diese nur etwa ein Drittel tief in das Holz einzuschneiden.

Der Grat wird mit dem Grathobel angestoßen oder an der Fräse angefräst. Er erhält eine Schräge von 75° bis 80°, damit das Holz am Grat nicht abscheren kann. Die Nut wird entweder mit der Gratsäge oder mit der Feinsäge mit Hilfe einer auf die Fläche gespannten Führungsleiste eingeschnitten oder mit einem Gratfräser ausgefräst. Meistens sind Gratnut und Grat nach vorn etwas konisch. Dadurch zieht der Grat die Verbindung beim Zusammenbau im letzten Drittel oder Viertel der Bodenbreite zusammen. Es ist also eine Verbindung, die ohne besondere Spannvorrichtung hergestellt werden kann.

Je nach Ausführung des Grates unterscheidet man den einseitigen und den zweiseitigen Grat. Der einseitige Grat wird häufig für Böden, der zweiseitige Grat für Mittelseiten angewendet.

Offene Zinkung
Das Zinken ist eine mehrfache Verzahnung keilförmiger oder gerader Zapfen, die man Zinken bzw. Schwalbenschwänze nennt. Man wählt diese Verbindung zum Zusammenbau von Vollholzflächen, da die so verbundenen Teile ungehindert schwinden und quellen, sich aber nicht werfen können. Weil diese Verbindung gleichzeitig auch schmückend wirkt, muss man die Einteilung der Zinkung sorgfältig vornehmen.

Bei der offenen Zinkung, auch einfache Zinkung genannt, sind die Zinken und Schwalbenschwänze sichtbar. Die offene Zinkung kann auch als Zierzinkung ausgebildet werden. Hierbei werden die Zinken und Schwalbenschwänze etwas länger angeschnitten und die Hirnholzteile besonders bearbeitet.

Nut und Feder
Zum stirnseitigen Verbinden von Brettern verwendet man Nut-Feder-Verbindungen. Hierbei werden die Stirnseiten mit einer Nut versehen, in die ein schmaler Holzstreifen (die Feder) eingesetzt wird, z. B. bei Dielen. Ist die Feder direkt aus einem der Bretter gearbeitet, heißt die Verbindung gespundet. Vorgefertigt wird diese Verbindungsform fachlich unkorrekt als Nut- und Federholz vertrieben.

Falls man eine Oberfräse besitzt, lässt sich sehr einfach eine Verbindung mit Nut und Feder herstellen. Unsichtbar ist diese Holzverbindung, wenn die Nut nicht bis an die Kanten der Werkstücke läuft. Die Verbindung wird dann über einen Holzstreifen, Feder genannt, der in die Nuten eingeleimt wird, bewerkstelligt.

Flachdübel
Eine der besten Erfindungen in der Holzbearbeitung der letzten 50 Jahre ist und bleibt die Flachdübelfräse. Erfunden hat diese Maschine 1955 der Schweizer Schreinermeister Hermann Steiner. Flachdübel sind ovale bzw. ellipsenförmige, 4 mm starke Querholzplättchen, die in einen zuvor gefrästen Schlitz gesteckt werden. Durch ihre Ellipsenform lassen sie sich, im Gegensatz zu Runddübeln, in dem 4 mm breiten Schlitz verschieben bzw. ausrichten. Das erleichtert eine genaue Ausrichtung der Holzteile beim Verleimen. Vor allen Dingen ist aber die Leimfläche eines Flachdübels wesentlich größer als die eines Runddübels. Dies und das Auseinanderquellen des Flachdübels bei der Leimzugabe, führt zu der enormen Tragkraft und Festigkeit einer Flachdübelverbindung.

Der Flachdübel ist aufgrund seiner schnellen und äußerst präzisen Anwendung, die ideale Verbindungsmethode für den Möbelbau. Dabei können sowohl komplizierte Einbauten in Dachschrägen, als auch einfache Eckverbindungen zum Bau von Schubkästen schnell und einfach hergestellt werden. Besonders geeignet sind Flachdübel bei Gehrungsverbindungen.
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