Der erste Arbeitsgang war das Entwerfen des Arbeitsstückes. Hierfür war mir wichtig Funktion und Nutzen mit abstraktem Design zusammen zu bringen.
So besorgte ich mir Bilder einer Reihe unterschiedlicher Möbelstücke und vereinte die Elemente, welche meiner Vorstellung entsprachen. So kamen die Rundung, die Trägerelemente und die Jing und Jang geschwungenen Türen zustande. Das Ganze an die Wand zu bringen war mir sehr wichtig, was größen- und gewichtstechnisch die Richtlinien darstellte.
Nach dem handgezeichneten Entwurf machte ich mich an die Arbeit, das Projekt in einem CAD-Programm umzusetzen. Mein lieber Vater unterstützte mich hierbei und so war ich in der Lage eine durchdachte und detaillierte Zeichnung anzufertigen.
Aufgrund dieser gründlichen Vorarbeit konnte ich nun die gesamte Aufmerksamkeit auf das praktische Umsetzten richten. Dies bedeutete, dass das Holz besorgt werden musste. Teilweise konnte ich dieses aus dem schulischen Bestand nehmen, alles Weitere wurde von einem Holzhändler geliefert.
Nahezu das gesamte Holz bestand anfangs aus rohen langen Brettern, welche ich mit Überlänge einteilte und dann mit der Stichsäge zusägte.
Als nächsten Schritt besäumte ich das Holz und hobelte eine Seite mit der Hobelmaschine. Dann richtete ich die besäumten Seiten mit der Hobelmaschine ab, brachte das Holz dann anschließend mit dem Dickenhobel auf die gewünschte Dicke. Dabei ließ ich das Holz durchweg um 0,5 mm dicker, um nach dem Schleifen das exakte Maß zu erhalten.
Nun sägte ich das Holz auf das jeweils gewünschte Endmaß, wobei ich bei manchen Stücken etwas mehr Holz stehen ließ, um nötigenfalls korrigieren zu können. Aus ästhetischen Gründen hatte ich mich dafür entschieden das Holz im Ganzen zu lassen und darauf zu verzichten, die großen Bretter auseinander zu sägen und wieder zu verleimen, um dem Verziehen des Holzens vorzubeugen. Diese Vorbeugung bewerkstelligte ich, indem ich mit zweiseitigen Gradverbindungen arbeitete, welche dazu führten, dass das Holz dennoch arbeiten konnte.
Das erste Teil, den ich fertig stellte, war die Topplatte. Diese ist über eine Nut und Federverbindung mit den Seitenwänden verbunden. Mit der Tischfräse fräste ich rechts und links die Feder in das Holt und hinten die Aussparung für die Rückwand. Abschließend kürzte ich die Federn, um sie in der Nut so unterzubringen, dass sie nicht mehr sichtbar waren.
Als nächstes bearbeitete ich die beiden Seitenwände. Der erste Schritt waren die Nuten, welche ich mit der Oberfräse aus den Brettern ausfräste. Gleiches tat ich auch mit der Aussparung für die Rückwand. Anschließend fräste ich, ebenfalls mit der Oberfräse, die Führung für die Gradverbindung zu den Zwischenplatten. Dies tat ich auch gleich bei der Grundplatte, um nicht den aufwändigen Aufbau der Oberfräse erneut machen zu müssen.
Nach diesem Schritt baute ich eine Schablone für die Bohrungen der Zwischenböden und bohrte anschließend die Löcher für die Stifte der Zwischenböden. Der letzte Schritt der Seitenwände war die Rundung am oberen Ende. Diese fräste ich mit der Tischfräse.
Gleiche Rundungen fräste ich auch an den Seitenteilen der Seitenlade. Gleich darauf kamen die Seitenladen auf den Tisch der Oberfräse, mit welcher ich dann die Nut für die Nut- und Federverbindung fräste. Hier das richtige Maß zu erhalten, gestaltete sich auf Grund der Hobbymaschine, sehr schwierig. Deshalb musste ich später die Nut nacharbeiten.
Bei der Grundplatte fräste ich nun mit der Oberfräse die Aussparung für die Rückwand. Mit der Tischfräse anschließend rechts und links die Feder, um die Seitenladen zu befestigen.
Mit einer speziellen Vorrichtung, in welche die Oberfräse eingespannt war, fräste ich die Schwalben der vier Zwischenplatten und der zwei oberen Laden als nächsten Arbeitsschritt. Einmal alles eingestellt, konnte ich alle Teile fräsen, da alle Gratverbindungen das gleiche Maß hatten.Bei den oberen Laden fräste ich nun mit der Tischfräse die fehlende Feder. Bei den Zwischenplatten rundete ich die äußeren Ecken mit dem Tischbandschleifer ab.
Nun fehlten noch die beiden Träger. Diese halbierte ich aus optischen Gründen in der Breite. Mit der Standkreissäge sägte ich die Kerben für die Zwischenplatten und rundete dann abschließend die oberen Enden mit der Tischbandschleifmaschine ab.
Die Rückwand musste ich dann nur zusägen und die Löcher für die Aufhängung mit der Laubsäge aussägen.
Als nächstes arbeitete ich an den beiden Schubladen. Ich begann mit der offenen Zinkung, welche ich für hinten vorgesehen hatte, um der Schublade mehr Stabilität zu geben. Anschließend fräste ich die Aussparung in die vier Seitenteile und die beiden Vorderteile und bohrte die Löcher für die Griffe. Dann brachte ich die Kerben für die Flachdübel an und sägte die beiden Böden zu. In diese Böden fräste ich die Führung für die Schienen, auf denen die Schubladen liefen.
Als letzten groben Arbeitsschritt setzte ich die Teile zusammen und behob alle Fehler, die aufgetreten waren. Ich musste eine Lösung für verzogenes Holz finden und einige Fräsungen nacharbeiten, da doch Ungenauigkeiten, trotz pingeligem Einstellen der Maschinen, vorhanden waren.
Nun waren alle Teile vorbereitet und bekamen so den letzten Schliff. Dies nahm einiges an Zeit in Anspruch, da ich es von Hand machte und bis auf Körnung 280 fein schliff.
Darauffolgend leimte ich Stück für Stück zusammen, wobei ich mit dem gesamten Regalkasten begann, dann die Zwischenböden mit den Trägern montierte und letztlich die Schubladen separat zusammenleimte. Die Rückwände schraubte ich jeweils an.
Für die Schubladen brachte ich jeweils zwei Schienen mit Schrauben an der Bodenplatte an. Nach dem Einpassen der Schubladen kam mit dem Hochdruckgebläse der feine Staub vom Holz, die Griffe an die Schubladen, die Aufhängung an die Seitenwände und als finaler Arbeitsschritt das Öl auf das Holz.